Der Hintergrund
Die Swisscom ist ein großer Telekommunikationsanbieter in der Schweiz und in Italien. Sie wurde vom World Finance Magazine 2020 und 2022 zum nachhaltigsten Telekommunikationsunternehmen der Welt gekürt. Swisscoms Führung hat ehrgeizige Klimaziele: darunter die Dekarbonisierung der Lieferkette bis 2025 und ein Übertreffen von Scope 3, indem man Kunden unterstützt, eigene Emissionsziele festzulegen und zu erreichen.
„Die Swisscom ist seit Jahrzehnten bemüht, ihre Umweltbelastungen zu reduzieren. Mit unserem Netto-Null-Ziel 2035 wollen wir die Emissionen unseres Unternehmens, der Wertschöpfungskette und unserer Kunden weiter senken“, sagt Res Witschi, Beauftragter für nachhaltige Digitalisierung bei der Swisscom.
Die Herausforderung
Die meisten Emissionen der Swisscom entfallen auf die Komponenten und Geräte, die das Unternehmen von Lieferanten und Herstellern kauft.
Der Großteil der Netto-Null-Bemühungen der Swisscom entfällt somit auf die Eindämmung dieser indirekten Scope-3-Emissionen.
Bei einem Netzwerk von über 3.000 Lieferanten ist der Koordinationsaufwand natürlich enorm.
Die Auswertung über Excel-Tabellen gestaltete sich als äußerst aufwendig. Die Swisscom arbeitete zunächst mit einer externen Beratung, die eine gigantische Excel-Tabelle mit 20 Tabellenblättern erstellte. Der Umfang des Dokuments wurde zu unhandlich und so komplex, dass man die Nutzung zur Vermeidung von Eingabefehlern auf wenige Teammitglieder beschränken musste.
Eine zusätzliche Herausforderung waren unterschiedliche CO₂-Wissenstände der einzelnen Lieferanten.
Es war schwierig, Daten zu bekommen; noch schwieriger, eine gute Qualität und regelmäßige Reporting-Daten sicherzustellen. Somit hatte die Swisscom keine Echtzeitüberwachung der Emissionen oder Simulation von Szenarien und Reduktionsmaßnahmen.
„Jemand mit engelsgleicher Geduld müsste hunderte E-Mails senden und zahllose Meetings organisieren, um relevante Daten zu erhalten, und diese dann manuell in Excel-Tabellen eintragen. Das wird schnell unübersichtlich, besonders bei tausenden Lieferanten“, so Witschi.
Die Lösung
Swisscom brauchte ein Tool zur Optimierung der CO₂-Management-Prozesse: von der Automatisierung und Koordination der Datenerfassung der Geschäftsbereiche, Lieferanten und Beteiligungen bis zur Optimierung von Reduktions- und Beitragsmaßnahmen.
Sweep ermöglichte es der Swisscom:
- Historische Informationen mit neuen Daten zusammenzuführen und nahtlos von Excel-Tabellen in eine CO2-Management-Software zu überführen.
- Umfragen zur automatischen Datenerfassung im Unternehmen und entlang der Wertschöpfungskette zu nutzen.
- Zur Entwicklung der optimalen Dekarbonisierungsstrategie verschiedene Reduktionsinitiativen zu vergleichen.
- Ihre CO₂-Emissionen in unter zwei Jahren nach Einführung der Sweep-Plattform um 10 % zu senken – Reduktionen, die über die SBTi-Anforderung hinausgehen, um die Erderwärmung unter 1,5 °C zu halten.
Datenmanagement von Lieferkettenemissionen
Res Witschi erklärt, dass die Swisscom über das „Sweep for Supply Chain“-Modul die Lieferkette mit höherer Granularität analysieren möchte, bis hin zur Erstellung vom CO2-Fußabdruck der wichtigsten Lieferanten auf Produktebene.
Die Swisscom wechselt zudem von ausgaben- auf aktivitätsbasierte Emissionsberechnungen, was die Präzision des Fußabdrucks der Lieferkettenemissionen erhöht.
„Sweep bringt Erleichterungen und mehr Transparenz in den komplizierten Prozess der Verfolgung unserer Scope-3-Emissionen. Jetzt hat das Team Autonomie und Verständnis dafür, wie es mit dem Fußabdruck der Lieferkette umgeht“, sagt Res Witschi.
Swisscom bereitet sich darauf vor, ab 2025 die Richtlinie (EU) hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) zu erfüllen.
Die CSRD fordert Eingaben zu fast 1.200 Datenpunkten. Laut Witschi dürfte Sweep einen großen Anteil daran haben, alle in angemessener Zeit und genau anzugeben.
„Alleine die zu bewältigende Datenmenge für die CSRD-Compliance ist riesig, und wir gehen davon aus, dass wir das dank Sweep strukturiert erledigen können. In der Wesentlichkeitsmatrix können Prioritäten festgelegt werden. Ich hoffe, dass uns das bei der Priorisierung hilft, damit wir uns auf die wichtigste Auswahl und die Strukturierung der Zusammenarbeit mit den vielen Beteiligten konzentrieren können. Bei einer Aufgabe dieser Größe könnten wir sonst im Chaos versinken.“
Witschi weist darauf hin, dass es für die CSRD-Compliance erforderlich sein wird, relevante Daten aus dem ganzen Unternehmen, über das Nachhaltigkeitsteam hinaus, zusammenzutragen – und dass Sweep durch benutzerfreundliche Dashboards und „Sweep-School“-Schulungen das Zusammentragen auf einer Plattform erleichtert.